Ledi
Ledi f. ist zu schwdt. Ledi f. hier: ‘Ladeplatz; Ort, wo man Lasten aufnimmt; eine ansteigende Gegend’, mhd. lede f. (ID. 3, 1074 ff.; EGLI 1982, 220) zu stellen, ein Verbalabstraktum auf /-I/ (SONDEREGGER 1958, 499) zu laden ‘laden, beladen’ (ID. 3, 1059 f.). Es handelt sich im Allgemeinen um Orte, an denen Lasten auf- oder abgeladen werden können. Manchmal sind das aber auch einfach ebene Plätze. Wie BENB (1, 3, 69) ausführt, kann Ledi auch mit Legi (cf. HL LEGI) verwechselt werden.
Das Simplex tritt vor allem im Singular, häufig mit Präpositionen wie an oder in auf; Anderledi (AWWB 10) ist auch FaN (hier jedoch nicht belegt): t Ledi (Binn, Eyholz, Glis, Lax, Reckingen, Ried-Brig, Saas Grund), uf der Ledi (Törbel), Ledi (FLNK, Termen), an der Ledin (1399, Naters; 1530, Ernen), an dÿ Ledin (1521, Mund) und in der Ledi (1724, Mühlebach).
Der Plural des Simplex ist seltener: t Ledine (Ried-Brig) und in dyen Ledinnen (1320, Glis).
Mit attributiven Adjektiven findet man aŭf der Wilden Ledi (1845, Glis), t Wilt Ledi (Termen). Wild heisst hier ‘unfruchtbar, ungenutzt’.
Vorangestellte Genitive sind Gassaro Ledin ‘die Ledi (Ladestelle) der Leute vom Ortsteil Gassa / der Familie Gasser’ (1393, Ried-Brig), in Jÿllo Leedÿ ‘in der Ledi (Ladestelle) des Jillo’ (1680, Blitzingen), wobei Jÿllo einen schwachen Genitiv aufweist, ts Chalbermattisch Ledi ‘die Ledi (Ladestelle) der Familie Kalbermatten’ (Visperterminen; FLNK Z Chalbermattersch Ledi), in Colten Ledin ‘die Ledi (Ladestelle) des Colten (PN oder FaN)’ (1299, Ried-Brig), in Martigo Ledi ‘in der Ledi (Ladestelle) der Familie Martig’ (1725, Ried-Brig), an der Troger Ledi ‘an der Ledi (Ladestelle) der Familie Troger’ (1645 (ca.), Termen), in der Trogers Ledÿ ‘in der Ledi (Ladestelle) der Familie Troger’ (1700, Ried-Brig).
Als Grundwort erscheint das HL wie folgt: t Sattelledi (Ried-Brig, Termen), wohl ursprünglich Sattellegi (cf. HL LEGI); die beiden Flurnamen bezeichnen die gleiche Flur, die Schuttel Ledin ‘die Schuttel-Ledi (Ladestelle)’ (1388, Ried-Brig), wo Schuttel unklar ist; di Dooruledi ‘die Ledi (Ladestelle) bei den Dooru (Dornen)’ (Ried-Brig).
Als Bestimmungswort kommt das HL mit folgenden Grundwörtern in zweigliedrigen Komposita vor: Gassa, Scheid, Schleif, Schluocht, Ture und Wald. Komplexer ist Mitlesten Ledischlucht ‘die mittlere Geländeeinbuchtung bei der Ledi (Ladestelle)’ (1547 u. später, Reckingen).
Auffällig ist, dass der Name nur in den Bezirken Goms, Brig und Visp erscheint.
VSNB, Bd. 3, Sp. 64
Vorkommen
ledi
- Challbermattisch Ledi Visperterminen
- Colten Ledi Ried-Brig
- Dooruledi Ried-Brig
- Gassero Ledi Ried-Brig
- Ledi Glis
- Ledi Ried-Brig
- Ledi Mühlebach
- Ledi Eyholz
- Ledi Törbel
- Ledi Binn
- Ledi Reckingen
- Ledi Saas Grund
- Ledi Mund
- Ledi Termen
- Ledi Lax
- Ledi Schleife Eyholz
- Ledigassa Lax
- Ledigassen Binn
- Ledischeiten Lax
- Ledischleif Mund
- Ledischliecht Reckingen
- Ledischlüocht Naters
- Lediture Binn
- Lediwald Naters
- Lediwald Eyholz
- Martigo Ledi Ried-Brig
- Mittlesten Ledischlüecht Reckingen
- Sattelledi Termen
- Sattelledi Ried-Brig
- Schuttel Ledi Ried-Brig
- Troger Ledi Termen
- Trogers Ledi Ried-Brig
- Wildi Ledi Glis
- Wilt Ledi Termen
ledin
ledine
- Ledine Ried-Brig
ledinnen
- Ledinnen Glis
leedi
- Jillo Leedi Blitzingen