Albrun
Albrun, mit l-Vokalisierung Aubrun, ist primär der Name des Albrunpasses, der vom Binntal ins italienische Val Dévero führt; die deutschen Namen haben Erstbetonung; darauf deutet auch die Form Albren (1645) hin. Der Name ist heute in Albrunhorn, Albrunpass, Auberbärg und Aubrunhitta belegt. Formen mit /u/ entsprechen der /l/-Vokalisierung der Gegend. Das Simplex fehlt.
Der italienische Name ist Arbola, auf der italienischen Seite gibt es einen Rio d’Arbola und eine Punta d’Arbola. Der Pass selbst heisst auf italienisch Bocchetta d’Arbola. HUBSCHMIED (1938, 137 Fussnote 2) und ihm folgend GUEX (1938, 357 und 19762, 176) stellen den Berg- und Passnamen Arbola zu den Flussnamen Aubonne und Albarine, hist. Albona und Albarona mit dem Wortstamm alb- ‘weiss’, die sie auf den Namen der kelt. Flussgöttin ‘weisse Frau’, mask. Albaronos ‘weisser Mann’, zurückführen. Der Name des Flussgottes soll sich im Oberwallis zu Albrun und in Frankreich zu Auberon entwickelt haben. Diese Deutung ist schon aus lautlichen Gründen unwahrscheinlich, naheliegender scheint eine /-ONE/-Ableitung des rom. albarus ‘Weisspappel’ (REW 318; RN 2, 10 f.). Zum Wechsel von -l- und -r- in romanischen Mundarten mit Hinweis auf den Passo d’ Albora, der zu Arbola wird, siehe ZINSLI (1984, 51). Vermutlich ist Albrun also einfach eine eingedeutschte Form zum it. Arbola. Als it. Name für das Albrunhorn gilt heute auch Monte Figascian (FURRER 1991, 2). Umgekehrt heisst die Punta d’Arbola auf dt. Ofenhorn.
VSNB, Bd. 1, Sp. 88
Vorkommen
auber
- Auberbärg Binn
aubrun
- Aubrunhitta Binn
- Aubrunhore Binn
- Aubrunpass Binn