Nussa
Nussa f. ist zu wdt. Nussa ‘Nuss’ (GRICHTING 1998, 145, mit Varianten) und zu schwdt. Nuss f. ‘Baumnuss’ (ID. 4, 825) zu stellen.
Das Simplex kommt als Diminutiv nur in ts Nussji ‘das kleine Gebiet mit Nussbäumen’ (Eggerberg) vor; zu vermuten ist, dass das sonst nicht belegte ts Nuss ‘Gebiet mit Nussbäumen’ analog zu anderen Baumnamen mit neutralem Genus (z. B. ts Ta) kollektive Bedeutung hat.
Das gilt auch für das Kompositum Nussböüm ‘Nussbaum’, das zu Nussbaum m. wie nhd. allg. (ID. 4, 1242) zu stellen ist. Als ts Nussböüm wird ein Gebiet mit Nussbäumen bezeichnet. Häufig lässt sich nicht entscheiden, ob maskulines oder neutrales Genus vorliegt. Sofern ein Artikel vorliegt, lässt sich das entscheiden: so sind sicher n. ts Nussböum ‘das Gebiet mit Nussbäumen’ (Betten), das Nùsbaŭm ‘das Gebiet mit Nussbäumen’ (1549, Ernen), an das Nusbovm ‘an das Gebiet mit Nussbäumen’ (1393 u. später, Grengiols), unklar aber im Nŭsbaŭm ‘im Gebiet mit Nussbäumen’ (1856, Fieschertal), Nŭsbaŭm ‘das Gebiet mit Nussbäumen’ (1673, Brigerbad), zem Nusboͮme ‘beim Nussbaum / beim Gebiet mit Nussbäumen’ (1317, Mund; 1305, Stalden), zum Núsbaúm ‘beim Nussbaum / beim Gebiet mit Nussbäumen’ (1693, Raron), zem Nussbom (1453 u. später, Unterems), zem Nussbomb ‘zum Nussbaum / zum Gebiet mit Nussbäumen’ (1569, Visperterminen), zum Nussböüm ‘beim Nussbaum / beim Gebiet mit Nussbäumen’ (Bürchen). Unklar bleibt auch super Nuzpoͮma ‘ob dem Nussbaum’ (1200, Ried-Mörel). Zu diesem Kompositum gibt es komplexere Konstruktionen wie beÿm Grossen Núsbaúm ‘beim grossen Nussbaum’ (1663, Eggerberg), ts Ober Nussböüm ‘das obere Gebiet mit Nussbäumen’ (Grengiols) und Obers Nussböüm ‘das obere Gebiet mit Nussbäumen’ (Betten), im Obersten Núsbaúm ‘im obersten Teil des Gebietes mit Nussbäumen’ (1849, Goppisberg), ts Unner Nussböüm ‘der untere Teil des Gebietes mit Nussbäumen’ (Grengiols), an den Nusbòmbach ‘an den Bach beim Nussbaum’ (1434, Filet), Nussböumgrabo ‘der Graben beim Nussbaum’ (Grächen), t Nussböümbrigga ‘die Brücke (über den Rotten) beim Gebiet mit Nussbäumen’ (Grengiols) und t Nussböümwasserleita ‘die Wasserleitung in das Gebiet mit Nussbäumen’ (Grengiols).
Sonst sind nur noch belegt: Nuss Bodme ‘die Böden mit Nuss(bäumen)’ (unsicher, da auf 1686 m) (EK, Baltschieder) und t Nussmattu ‘die Wiese bei den Nussbäumen’ (Ergisch).
VSNB, Bd. 3, Sp. 308
Vorkommen
nus
- Grosse Nusböüm Eggerberg
- Nusbaum Brigerbad
- Nusbaum Fieschertal
- Nusbaum Ernen
- Nusbombach Filet
- Nusböüm Raron
- Nusböüm Mund
- Nusböüm Stalden
nuss
- Nuss Bodme Baltschieder
- Nussbaum Unterems
- Nussböüm Grengiols
- Nussböüm Bürchen
- Nussböum Betten
- Nussböüm Visperterminen
- Nussböümbrigga Grengiols
- Nussböumgrabo Grächen
- Nussböümwasserleita Grengiols
- Nussmattu Ergisch
- Nusspouma Ried-Mörel
- Ober Nussböüm Grengiols
- Obers Nussböüm Betten
- Obersten Nussbaum Goppisberg
- Unner Nussböüm Grengiols
nussji
- Nussji Eggerberg