Bell
Bell ist als sicheres Hauptlemma in der Beuhirt ‘der Ort, wo der Bellwalder Hirt hirtet’ (Bellwald, FLNK Bellhirt) belegt, mit /l/-Vokalisierung für Beu. Gwp. beschreibt den Ort als “Früher Kalberläger”. Zu vermuten ist, dass Bell hier eine Vereinfachung von Bellwald darstellt; der Gemeindename Bellwald und der FaN Bellwald sind unter dem HL BELLWALD (PN) erfasst.
Das mehrfach belegte Belalp (bei Blatten oberhalb Naters) heisst wohl ursprünglich Alpa Bäll (cf. HL BÄLL), eine der grösseren Alpen von Naters; das wird auch im historischen Beleg von 1824 von der Unterbächenalpe Bell (Naters) deutlich, wo die Alpe unterhalb Unterbächen als Bell bezeichnet wird, was aber wohl als Bäll auszusprechen ist. Das Hotel Belalp (Naters) scheint die Assoziation mit belle alpe ‘schöne Alpe’ in den Namen aufgenommen zu haben. Das gilt wohl auch für die Siedlung Belalp (Naters) und den hochgelegenen Belgrat ‘der Grat oberhalb Bell’ (SK und FLNK), der wohl eigentlich Bällgrat heissen müsste.
Ganz unsicher sind di Belachra ‘die Bell-Äcker’ (Saas-Balen, FLNK Belachra), wo sich keine Deutung für Bell finden lässt.
Frz. bel ‘schön’ ist in Bélvedère (FLNK, Saas-Grund) vertreten, ein Ort unter dem Jegihorn, von dem aus man einen schönen Ausblick hat. Die Schreibung entspricht der FLNK; frz. ist belvédère ‘Aussichtspunkt’ die angemessene Schreibweise.
VSNB, Bd. 1, Sp. 182