Domo
Domo m. kommt lebend nur in Betten auf einer Höhe zwischen 1500 und 1600 m vor. Weiter sind der Ober Domo und der Unner Domo erwähnt. Die historischen Belege sind: 1292 in Domne, 1386 ab Done, 1399 apud Dompne, 1401 und 1416 ab Dompne, 1435 apud Dompne, 1463, de Dompne, 1527 an Doman, 1535 an Domen und weitere. Das nächstliegende Wort wäre ein aus dem Romanischen entlehntes lat. DOMINU ‘Herr’, das schon früh zu domne wurde (FEW 3, 130 ff.). Ab dem 16. Jahrhundert wird die schwierige Form Dompne zu Doman / Domen vereinfacht und als Domo ausgesprochen. Die genaue Deutung bleibt unsicher – es könnte sich um ein Gut des Lehensherrn oder des Pfarrherrn gehandelt haben. Schwierig zu erklären ist allerdings der Anlaut /d/, der üblicherweise zu /t/ wird (vgl. Tuem für Domo (dossola) in ID. 12, 1874 f.) und das Genus Maskulin statt des Neutrums.
Vermutlich gehören der Domlibiel ‘der zur Flur Domo gehörende Hügel’ (Betten) und der historisch belegte Domlybach ‘der Bach, der aus dem Gebiet Domo kommt’ (1739, Betten) auch hierzu; auch der Beleg in den úntren Dommenmatten ‘in den Wiesen des unteren Domo’ (1844, Betten) ist hier lokalisierbar. Schwieriger zu deuten ist ein 1839 für Obergesteln belegtes Domÿlÿbach. Zu vermuten ist, dass der Milibach ‘der Mühlenbach’ (Obergesteln) gemeint ist; der Schreiber könnte den Artikel fälschlicherweise an den Namen agglutiniert haben.
VSNB, Bd. 2, Sp. 20
Vorkommen
domen
- Undru Domenmatte Betten
domili
- Domilibach Obergesteln
domli
- Domlibiel Betten
domly
- Domlybach Betten
domo
- Domo Betten
- Ober Domo Betten
- Unner Domo Betten