Base de données des
risques naturels

inventaire historique

Événement climatique

Détail

ID: 248
Date: 1894-06-28
Texte de la source:
"Am 28. Juni 1894 wurde das Drancethal von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. Seine Ursache ist in einem plötzlichen Wasserausbruch im vergletscherten Hintergrund des Bagnesthals zu suchen. Hier liegt der Otemmagletscher, mit dem sich bei hohem und mittlerm Gletscherstand von Süden her der Glacier de Crête Sèche vereinigt. Dieses kleine, gegenwärtig im Rückzug begriffene Gletscher hatte sich vom Hauptgletscher getrennt und dabei auf diesem eine Endmoräne zurückgelassen. Die Moräne schützte das Eis des Otemmagletschers vor Abschmelzung, und so entstand eine gewaltige Eismauer, hinter der sich ein See bildete. Dieser See brach plötzlich durch das Eis aus."
"Ausbruch des Sees hinter der Otemmamoräne am 28. Juni 1894. Die ganze Wassermenge brach auf einmal durch, strömte in 5 Stunden vom Ursprung bis nach Martigny hinunter, riss unterwegs 17 Brücken fort und brach beinahe durch die Dämme in die Ebene."
Originaux:(S. 445): "Am 28. Juni 1894 wurde das Drancethal von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. Seine Ursache ist in einem plötzlichen Wasserausbruch im vergletscherten Hintergrund des Bagnesthals zu suchen. Hier liegt der Otemmagletscher, mit dem sich bei hohem und mittlerm Gletscherstand von Süden her der Glacier de Crête Sèche vereinigt. Dieses kleine, gegenwärtig im Rückzug begriffene Gletscher hatte sich vom Hauptgletscher getrennt und dabei auf diesem eine Endmoräne zurückgelassen. Die Moräne schützte das Eis des Otemmagletschers vor Abschmelzung, und so entstand eine gewaltige Eismauer, hinter der sich ein See bildete. Dieser See brach plötzlich durch das Eis aus."
Auf Grund der Limnigraphen-Kurve von Porte du Scex (Rhonestation vor Einmündung Genfersee) hat Brückner die Wassermenge der Drancehochflut zu 1,1 Millionen m3 bestimmt."
In: Brückner E., Untersuchungen über die tägl. Periode der Wasserführung und die Bewegung von Hochfluten in der obern Rhone. Petermanns Geogr. Mitteilungen, 1895. Heft VI u. VII.
(Q: Lütschg Otto, Über Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge. Sonderdarstellung des Mattmarkgebietes. Ein Beitrag zur Fluss- und Gletscherkunde der Schweiz. Zürich 1926.)
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(S. 445): "Ausbruch des Sees hinter der Otemmamoräne am 28. Juni 1894. Die ganze Wassermenge brach auf einmal durch, strömte in 5 Stunden vom Ursprung bis nach Martigny hinunter, riss unterwegs 17 Brücken fort und brach beinahe durch die Dämme in die Ebene."
In: Schweizer-Tourist. August 1898. Nr. 4. S. 57.
(Q: Lütschg Otto, Über Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge. Sonderdarstellung des Mattmarkgebietes. Ein Beitrag zur Fluss- und Gletscherkunde der Schweiz. Zürich 1926.)
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(S. 445): "Débâcle de la Ranse. 1° La crue s'est propagée le long de la rivière avec une vitesse qui peut être évaluée à environ 3 ou 4 mètres par seconde. La vitesse de la grande débâcle du 16 juin 1818 a été trois fois plus grande; l'eau était arrivée de Mauvoisin au Châble en 35 minutes, soit avec une vitesse de 33 pieds par seconde.
2° D'après une obligeante communication de M. l'ingénieur cantonal de Rivaz, à Sion, la crue de 1894 a été, à Martigny, de un mètre mesurée à la règle fluviométrique. Elle a dépassé de 80 centimètres les plus hautes eaux des années précédentes.
Il s'en est fallu de 45 centimètres de hauteur que le grand pont de bois de Martigny à la Bâtiaz, et de 30 centimètres que le pont de fer du chemin de fer n'aient été atteints par la crue.
En plusieurs endroits les digues longitudinales de martigny ne dépassaient plus que de 20 centimètres la rivière au moment du maximum: en quelques points on a dû les protéger en y apportant du gravier; elles n'ont été rompues nulle part.
3° D'après une obligeante communication de M. l'ingénieur J. Epper, du bureau hydrométrique fédéral, la crue du Rhône causée par la débâcle de la Dranse, mesurée à l'appareil enregistreur de la porte du Scex (pont de Chessel) a été de 30 centimètres sur la hauteur normale du fleuve à ce moment de la journée."
In: Forel F.A., Gazette de Lausanne vom 20. Juli 1894.
(Q: Lütschg Otto, Über Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge. Sonderdarstellung des Mattmarkgebietes. Ein Beitrag zur Fluss- und Gletscherkunde der Schweiz. Zürich 1926.)
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(S. 446): "Der Hintergrund des Bagnesthales ist bekanntlich von mehreren grossen Gletschern fast ganz ausgefüllt. Auf den grössten von diesen, den Glacier d'Otemma, stösst nahezu rechtwinklig der kleine Eisstrom des Glacier de Crëte-Sèche; die hohe Moräne auf dem linken Ufer des Otemma-Gletschers versperrt also den Wassern, die aus dem Seitengletscher abfliessen wollen, den Weg, den sie in Kanälen unter dem Eise suchen müssen. Nun kommt es vor, dass im Winter sich diese Kanäle durch eindringenden Schnee verstopfen, im Frühling entsteht / dann in der Mulde hinter der Otemma-Moräne ein See und es kann bei plätzlichem Ausbrechen desselben eine ähnliche Gefahr eintreten, wie die vom Giétrozgletscher drohende. So brach am 28. Juni 1894 die ganze Wassermasse auf einmal durch, strämte in 5 Stunden vom Ursprung bis nach Martigny hinunter, riss unterwegs 17 Brücken fort und brach beinahe durch die Dämme in der Ebene. Verluste an Leben oder Gebäulichkeiten waren nicht zu beklagen, immerhin musste man sich auf eine Wiederkehr des Ereignisses und Schlimmeres gefasst machen, da die 'Poche', wie die Hirten von Chermontane die Stelle im Crête-Söchegletscher nennen, sich jedes Frühjahr mit Wasser füllte, das zwar gewöhnlich allmählich ablief. Im Jahre 1897 wurden Versuche gemacht, der Sache abzuhelfen. Von der Moräne wurden grosse Steine auf den Boden der 'Poche' gewälzt, in der Meinung, das Wasser würde zwischen denselben regelmässigeren Abfluss finden und sich nicht so aufstauen. Aber, sei es, dass die Berechnung falsch oder die Arbeit nicht genügend ausgeführt war, das Gegenteil des Beabsichtigten traf ein. Der See wurde nach den schweren Schneefällen im Anfang des Jahres 1898 grösser als je, und am 17. Juni brach er durch. Die gewaltige Wassermasse riss natürlich auch Stücke der Moräne, die von ihr gesprengt wurde, mit fort, fand unterwegs noch eine Vermehrung im Lawinenkegel des Giétrozgletschers, der noch die Dranse überlagerte und dessen Fuss nun mit fortgerissen wurde. Eisblöcke, die offenbar von da stammten, waren an jenem Sonntag noch oberhalb Fionnay zu sehen. Das Wasser stieg stellenweise 3 - 4 Meter über den gewöhnlichen Stand der Dranse und es ist begreiflich, dass von Chermontane bis Martigny keiner der hölzernen Stege, die über die Dranse führen, dem Druck widerstand. Die steinerne Brücke von Chables wurde in ihren Widerlagern unterspült und war dadruch eine Zeit lang gefährdet. Gebäude wurden an verschiedenen Orten weggerissen oder stürzten nachträglich ein, weil das Terrain, auf dem sie standen, unterspült war. In Lourtier, Champsec und Chables wurden Grundstücke, die nahe am Wasser lagen, mit Schlamm und Geröll überführt und sehr grosser Schaden wurde an der Thalstrasse gethan. Menschenleben waren keine zu beklagen und von Verlusten an Tieren habe ich fast nichts gehört. Ein Teil des Schadens an der Strasse entstand erst nachträglich, indem grosse, unterwaschene Strecken einige Tage später nach einem starken Regen abbröckelten und in den Fluss fielen. Noch 14 Tage nach dem Ereignis war die Fahrstrasse, die sonst bis Lourtier geht, nicht überall fahrbar oder provisorisch verlegt. Ein Nachspiel war es, dass bei dem erwähnten Gewitterregen auch der Durnandbach austrat und zwischen Sembrancher und Martigny sogar die steinerne Brücke mit fortriss, aber mit dem Austrtt des Gletschersees hat dieses Ereignis natürlich keinen ursächlichen Zusammenhang. Das Ereignis war in der Hauptsache rasch vorüber. In Fionnay z.B. begann die Überschwemmung morgens gegen 5 Uhr. Die Leute in den am linken Ufer gelegenen Hütten wurden meist im Schlafe überrascht und beeilten sich, ihre Habseligkeiten aus den Hütten zu retten und auf die höher gelegeneen Wiesen zu tragen. Aber um 7 Uhr schien die Gefahr soweit beseitigt, dass sie wieder einräumten, um dann das Thal hinunter nach Chables zur Messe zu gehen, was sie auch an diesem Tage nicht versäumten.
Auf der rechten Seite, wo die Hotels etwas erhät stehen, trat die Dranse auch über die Ufer und riss ein grosses Stück der Strasse fort, aber die Sache geschah so wenig auffällig, dass die Gäste und Bewohner der Hotels, die allerdings nicht sehr zahlreich waren, von dem Ereignis erst erfuhren, als es grösstenteils vorbei war."
In: Dübi H., Die Ueberschwemmungen im Val de Bagnes. Schweizer-Tourist. Nr. 4. August 1898, Bern. S. 57/58.
(Q: Lütschg Otto, Über Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge. Sonderdarstellung des Mattmarkgebietes. Ein Beitrag zur Fluss- und Gletscherkunde der Schweiz. Zürich 1926.)
Index des lieux: Dranse, Bagnes
Index matières: Überschwemmung, Gletscherseeausbruch
Saison: Été
Catégorie:
Catastrophe naturelleInondation
Noms de lieux (Commune):
Bagnes (Bagnes) Coordonnées: 583310/583310
Glacier d'Otemma (Bagnes) Coordonnées: 600947/600947
La Dranse (Martigny) Coordonnées: 571397/571397
Glacier de Crête Sèche (Bagnes) Coordonnées: 595496/595496
Sources:
id: [2818] Ueber Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge
id: [2819] Ueber Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge
id: [2820] Ueber Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge
id: [2848] Ueber Niederschlag und Abfluss im Hochgebirge
id: [8193] Walliser Bote
id: [8194] Walliser Bote
id: [8313]
id: [9550] Le Confédéré